Dokumentarfilm D

Regie: Karin Jurschick

Kamera: Johann Feindt

Schnitt: Wolfram Kohler
 
eine Koproduktion der zero one film mit MDR Fernsehen in Zusammenarbeit mit ARTE

mit Unterstützung des MEDIA Programms der Europäischen Union

1x90 min, 1x45 min

 
Der Film beschreibt die Folgen der ersten globalen Industriekatastrophe in der Geschichte der Menschheit. Am 26. April 1986 explodierte der Reaktorblock Nr. 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. Das dabei freigesetzte radioaktive Material wurde in die Atmosphäre geschleudert und von dort in alle Richtungen über den Globus verteilt. Die TV-Nachrichten aus jener Zeit belegen, dass die Informationen über das Unglück sich sehr viel langsamer verbreiteten. Erst zwei Tage später, am 28. April erfuhr der Westen davon. Aber es waren nicht die offiziellen Regierungsstellen, die die Öffentlichkeit von dem Unfall in Kenntnis setzten. Es war die Radioaktivität selbst, die in Schweden, Frankreich, Deutschland – in ganz Europa in die Höhe schnellte und mit ihr kam die Angst. Wie kann man sich vor einer Gefahr schützen, die unsichtbar ist? Was darf man essen? Wohin mit den Kindern?


Nicht nur Eltern waren verunsichert. Auch die Politiker, Ingenieure, die Mitglieder von Expertenkommissionen und Kernkraftbetreiber selbst wussten nicht, wie sie auf diesen Unfall reagieren sollten, der statistisch betrachtet frühestens in 100.000 Jahren zu erwarten gewesen wäre. In Frankreich, in der BRD und in der DDR waren die offiziellen Stellen gleichermaßen überfordert – man beschwor das Mantra der absoluten Sicherheit – dabei wusste keiner, was eigentlich los war.


Gesundheitsministerin Rita Süßmuth sah sich mit wütenden, schreienden Müttern konfrontiert und auch Joschka Fischer erinnert sich an eine wichtige Lektion für die Zukunft: „...wenn Mütter besorgt sind, werden sie zu einer politischen Macht, das ist nun einmal so.“ Cornelia Stadler war eine dieser „Mütter gegen Atomkraft“. Ihre Lektion bis heute lautet, dass man sich auf die Politik nicht verlassen kann. Die Protagonisten von Damals beschreiben die Gefühle zwischen berechtigter Sorge und Hysterie, rufen vergessene und nie bekannte Fakten in Erinnerung.


25 Jahre nach der Katastrophe gibt der Film die Möglichkeit, die Ereignisse von damals Revue passieren zu lassen. Ein historischer Beitrag, der aber aufgrund der neu entfachten Debatte um den Atomausstieg auch von aktueller Brisanz ist.

Die Wolke
Tschernobyl und die Folgen
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