Brotrebellen

Brotrebellen

Regie: Thomas Riedelsheimer, Eileen Byrne

DokuSerieTV

Deutschland, Frankreich, 2022
5 x 32 Min.

Mein Krieg Europa. Kontinent im Umbruch

Im Auftrag von Bayrischer Rundfunk, in Zusammenarbeit mit ARTE.

TV-Erstausstrahlung: ab 20.06.2022, ARTE

Inhalt

Die Brotrebellen stellt fünf Bäcker*innen in Europa vor, die erkannt haben, dass die Arbeit mit Mehl, Wasser und Salz sinnstiftend und erfüllend sein kann. Brot ist eines der vielfältigsten und wichtigsten Nahrungsmittel und noch dazu ein großartiger Lehrmeister. Es kann uns viel über Zeit, Sorgfalt und den Umgang mit der Welt lehren.

Vom Kaukasus im Osten an die bretonische Atlantikküste; von den Bergen Österreichs zu den Getreidefeldern Dänemarks - Die Brotrebellen nehmen uns mit auf eine Sinnesreise, die von Menschlichkeit, Nachhaltigkeit und der Frage nach dem Sinn erzählt.

 

Episode 1: JEAN JACQUES JACOB UND DAS GOLD GEORGIENS

Verschlungene Lebenswege führten Jean Jacques Jacob, der nie Bäcker werden wollte, aus der französischen Bretagne in den Kaukasus und ließen ihn dort einen in Vergessenheit geratenen, georgischen Urweizen wiederendecken. 
Früher hätte es sich der Franzose Jean- Jacques Jacob wohl nie träumen lassen, einmal als Bäcker und Bauer in Georgien zu leben. Aber die Lebenswege des ausgebildeten Philosophen, Pädagogen und Schreiners hielten schon immer Überraschungen bereit. In Georgien schließlich fand er etwas, das ihm zur Lebensaufgabe wurde: Ein Brot, das er trotz seiner Glutenintoleranz essen konnte. Jean-Jacques begann zu forschen und zu lernen. Er züchtete alte Weizensorten, vergrub sich in die Kulturgeschichte und erlernte das Brotbacken. Heute hat er einige Felder in einem Dorf am Fuße des Kaukasus und eine kleine Bäckerei in der Hauptstadt Tiflis. Und Jean-Jacques ist glücklich, denn das Brotbacken wurde ihm zum großartigen Lehrmeister im Umgang mit der Natur, den Menschen und mit sich selbst.

Episode 2: NICOLAS SUPIOT UND DIE ALCHEMIE DES BACKENS

Im sagenumwobenen Brocéliande-Wald baut Nicolas Supiot alten, bretonischen Landweizen an und backt daraus mit seinen eigenen zwei Händen ein gesundes, ökologisches und nachhaltiges Brot.
Der Beruf des Bäcker-Bauern hat in Frankreich eine lange Tradition. In seiner märchenhaften Backstube knetet Nicolas Supiot seinen Teig noch mit eigenen Händen in einem großen Holztrog. Der Weizen stammt von seinem eigenen Bauernhof, wo er neben Roggen, Bohnen und Erbsen in mehrstöckigen Feldern gedeiht. In Zusammenarbeit mit renommierten Wissenschaftlern forscht Nicolas unermüdlich an der Zusammensetzung seiner Getreidemischungen, um den Pflanzen die bestmöglichen Wachstumsvoraussetzungen auf dem Feld zu bieten. Sowohl als Bauer wie auch als Bäcker lässt sich Nicolas von den Gesetzen der Natur und den Prinzipien der Alchemie inspirieren. Die Zusammenführung der Grundelemente Weizen, Salz und Wasser zu einem duftenden, warmen Sauerteigbrot hat für ihn etwas Magisches, ja fast Mystisches.

Episode 3: ARND ERBEL UND DIE SAUERTEIGREVOLUTION

Arnd Erbel, aus dem Aischtal in Franken lehnte sich als einer der ersten Brotbäcker gegen die industriellen Zusatzstoffe auf und führte heute seine traditionelle Bäckerei, in der seit 1650 der Ofen niemals ausging, in eine ökologische und gesunde Zukunft. 
Arnd Erbel ist ein uneitler, und humorvoller Mensch, dem man seine bundesweite Bedeutung für die Bäckerzunft kaum ansieht. Ein Sauerteigrebell ist er, der alle Zusatzhefen und Zusatzstoffe radikal aus seinem Reich verbannt hat. Erst musste er seinen Vater überzeugen und dann die ganze Zunft. Mittlerweile liefert er sein Brot in Nobelrestaurants in die ganze Repubik, alles aus der kleinen Backstube in Dachsbach im fränkischen Aischtal, die seit 1680 existiert. Vom Nachbarn und Biolandwirt Charly Brehm bezieht er das Getreide und von Michael Litz, dem letzten der ehemals über 20 Müller an der Aisch, das Mehl. Zu seiner Heimat und zu ihren Menschen steht Arnd Erbel - felsenfest. Vor allem ihnen will er gutes Brot und damit ein Stück weit Identität geben.

Episode 4: JESPER GØTZ UND SEINE SAUERTEIGMISSION

Jesper Gøtz ein junger, erfolgreicher Küchenchef aus Dänemark hat seine Kochmütze mit einer Bäckerschürze vertauscht, um beim Brotbacken zu sich zu finden und die Menschen gesund und güstig satt machen zu können.
Der junge, sympathische und stets gut gelaunte Jesper Gøtz hat eine Mission: Er will das Sauerteigbrot wieder salonfähig machen. Denn das ist nachhaltig, günstig, lokal zu erzeugen und gesund. Seinen Job als Sous-Chef in einem der besten Restaurants Dänemarks hat er dafür aufgegeben, um jetzt durchs Land zu ziehen und mit Bäckern, Müllern und Bauern zu fachsimpeln und um mehr über seine große Liebe zu verstehen – über das Brot. Vom Norden Jütlands bis auf die südliche Halbinsel Falster führt seine Reise. Er trifft auf grummelige Vollkornfanatiker und lebenslustige Müller und am Ende erzählt er von seinem nächsten großen Plan, denn: „Wenn du etwas bewirken willst, musst du schon auch was riskieren“.

Episode 5: ROSWITHA HUBER UND DIE SCHULE DES BROTES

Als junge Lehrerin strandete Roswitha Huber im abgelegenen Rauristal im österreichischen Tauerngebirge und bis heute liebt sie dort ihren Beruf, die Natur und das Brotbacken, das sie den Kindern auf ihrer hochgelegenen Alm sinnlich nahebringt.
Roswitha Huber ist eine charismatische Erscheinung mit einer grauen, ungebändigten Lockenpracht. Vor über 30 Jahren kam sie als Lehrerin ins Rauristal, heiratete einen Bauern und lehrte in der Dorfschule. Aber die „Schule des Wissens“ war ihr bald zu wenig, sie suchte nach der „Schule der Erfahrung“. Das Brotbacken wurde ihre Leidenschaft und eine alte Alm ihre neue Wirkstätte. Sie mauerte sich einen Ofen und begann mit den Kindern Mehl, Wasser und Salz in Brot zu verwandeln. Die Hände im Teig zu haben, ist für Roswitha eine wichtige, prägende und sinnliche Erfahrung, die durch nichts zu ersetzen ist und die sie seitdem leidenschaftlich gerne weitergibt. Und mittlerweile ist das Rauristal wohl das Tal mit den meisten Brotbacköfen Europas geworden.

 

News

In der ARTE Mediathek und ab 20.6. bei ARTE: Brotrebellen

Mediathek

In der ARTE Mediathek und ab 20.6. bei ARTE: Brotrebellen

Die Brotrebellen stellt fünf Bäcker*innen in Europa vor, die erkannt haben, dass die Arbeit mit Mehl, Wasser und Salz sinnstiftend und erfüllend sein kann. Brot ist eines der vielfältigsten und wichtigsten Nahrungsmittel und noch dazu ein großartiger Lehrmeister. Es kann uns viel über Zeit, Sorgfalt und den Umgang mit der Welt lehren.

Vom Kaukasus im Osten an die bretonische Atlantikküste; von den Bergen Österreichs zu den Getreidefeldern Dänemarks - Die Brotrebellen nehmen uns mit auf eine Sinnesreise, die von Menschlichkeit, Nachhaltigkeit und der Frage nach dem Sinn erzählt.

Eine Reihe von Thomas Riedelsheimer
Deutschland, 2022, 5 x 32 Minuten

20. - 24. Juni jeweils um 19.40 auf ARTE - alle Folgen jetzt in der ARTE Mediathek

Termine

Credits

Buch und Regie: Thomas Riedelsheimer, Eileen Byrne

Montage: Hauke von Stietencron

Kamera: Thomas Riedelsheimer, Daniel Assmann

Ton und Drohne: Daniel Assmann, Lukas Kordwig, Felix Riedelsheimer, Niko Tarielashvili

Aufnahmeleitung: Amanda Borby, Mads Elmquist, Pietro Fiorito, Nelly Mzhavanadze, Nika Svanidze

Produktionsassistenz: Luna Jahrreiß

Deutsche Sprachfassung: Ingrid Terhorst

Sprecher*innen: Elisabeth Hartmann, Tom Jacobs, Volker Risch, David Vormweg, Theo Burkholder

Tonbearbeitung und Mischung: Nico Krebs – SweetSpotPost

Farbkorrektur: Manuel Lebelt

Mastering: scanwerk

Koordination Postproduktion: Alyssa Koske

Herstellungsleitung: Tassilo Aschauer

Producer: Kornelia Theune

Produzent: Thomas Kufus

Redaktion: Sonja Scheider (BR), Natalie Lambsdorff (BR), Sabine Brantus (ARTE)

eine Produktion der zero one film

im Auftrag vom BR und in Zusammenarbeit mit ARTE