Dokumentarfilm D 2012

Kamera: Thomas Plenert

Schnitt: Andrew Bird

Musik: Ulrike Haage

Ton: Florian Niederleithinger, Paul Oberle           
Recherche: Julia Rose

Dramaturgie: Volker Heise

Produzent: Thomas Kufus

mit:
Klaus Klamroth, Gerd Gebhardt, Matthias Artzt, Werner Schulz, Detlef Scheunert, Reinhard Höppner, Klaus-Peter Wild, Vera Teller, Eckhart John v. Freyend, Norman van Scherpenberg, Christoph Partsch, Bernd Capellen, Karl-Heinz Vogl, Reimund Schwarz, Günter Lorenz

94 min

ein Dokumentarfilm von    
zero one film

in Koproduktion mit        
SWR, NDR und MDR

mit UnterstĂĽtzung von    FILMFĂ–RDERUNGSANSTALT
MEDIENBOARD BERLIN-BRANDENBURG FILMFĂ–RDERUNG HAMBURG SCHLESWIG-HOLSTEIN
FILMSTIFTUNG NORDRHEIN-WESTFALEN
DEUTSCHER FILMFĂ–RDERFONDS
DEFA FILMSTIFTUNG


Verleih: Real Fiction Filmverleih

World Sales: Global Screen

Goldrausch ist jetzt über Realeyz als VoD erhältlich.

 

Goldrausch - Die Geschichte der Treuhand

Im Frühsommer 1990 wurde die Treuhandanstalt gegründet, um die volkseigenen Betriebe der DDR zu privatisieren. In den folgenden vier Jahren werden rund 4.000 dieser Betriebe geschlossen, etwa zweieinhalb Millionen Arbeitsplätze gehen verloren. Die Treuhandanstalt macht bis zu ihrer Schließung Ende 1994 Schulden in Höhe von insgesamt 256 Milliarden Mark - umgerechnet rund 150 Millionen Mark jeden Tag. Zudem lässt sich die Treuhand um viele Milliarden Mark betrügen.
Dieser Skandal wurde nie vollständig aufgeklärt. Die meisten Täter gingen straffrei aus oder wurden nicht einmal angeklagt.

Das größte wirtschaftspolitische Ereignis in Nachkriegsdeutschland hat in den Köpfen der Menschen Spuren hinterlassen. GOLDRAUSCH – DIE GESCHICHTE DER TREUHAND ist ein Film ĂĽber die Treuhand und darĂĽber, wie man aus der Geschichte lernen kann.  Ăśber zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist es Zeit, Fragen zu stellen.

Was passiert, wenn die globalisierte Marktwirtschaft ungebremst auf ein sozialistisches Land trifft? Was passiert, wenn die Wirtschaft eines Landes so gut wie chancenlos ist, am Weltmarkt zu bestehen? Was wird aus den Menschen, den Werten eines solchen Landes? Was empfinden die Abwickler von Millionen von Arbeitsplätzen?

Dazu äußert sich u.a. Detlef Scheunert, zunächst Vorstandsassistent und später Treuhand-Direktor für den Bereich Glasindustrie. Er ist einer der wenigen Ostdeutschen mit Spitzenposition in der Treuhand. Scheunert genießt zunächst die Herausforderung, ein klein wenig am Rad der Geschichte mitzudrehen, will lernen wie Marktwirtschaft funktioniert. Doch bald merkt er, dass es Gewinner und Verlierer gibt und dass man sich entscheiden muss, auf welcher Seite man steht.

Klaus Klamroth bezeichnet seine Jahre als Treuhandniederlassungsdirektor in Halle als die wichtigste Zeit in seinem Leben. Heute stellt er fest, dass er in vielen Dingen zu naiv an die Aufgabe herangegangen ist, die Verantwortung zu groß war. In seinem Bereich werden 669 Firmen privatisiert und ungefähr 200 Firmen liquidiert. Es wird gemacht, weil es gemacht werden muss. Wenn doch nur mehr Zeit gewesen wäre...

Mit enormem Tempo veräußert die „Treuhand“ Firmen, Fabriken und Immobilien – eine Kontrollinstanz, parlamentarische Kontrolle und Innenrevision sind nicht vorgesehen. Die ostdeutschen Firmen werden fast ausnahmslos an westdeutsche Unternehmen verkauft. Die Wirtschaft eines ganzen Landes wird auf einen Schlag in die Marktwirtschaft überführt. Klaus-Peter Wild, Vorstandsmitglied der Treuhandanstalt, fragt sich heute ob die Marktwirtschaft das verdient hat.

Auch DDR-Bürgerrechtler kommen im Film zu Wort – ihre von Wissenschaftlern des „Freien Forschungskollegiums Selbstorganisation“ (Gerd Gebhardt, Matthias Artzt und Wolfgang Ullmann) entwickelte Konzeption wurde vom Runden Tisch einstimmig beschlossen.
Mehr dazu finden Sie hier.
Das anonyme und herrenlos gewordene „Volks“-Eigentum in der DDR sollte von deren BĂĽrgern per  gleichwertiger Anrechts-Urkunden (wie Erbscheine) in ihr konkretes Privateigentum an beleihbaren Wohnungen, Gewerberäumen, GrundstĂĽcken, Unternehmensaktien oder management-buy-outs ĂĽbernommen werden - aus der  „Treuhand“ als Nachlass-Vermögensverwaltung - und sollte insbesondere weltweit fĂĽr Kapitalanleger offen sein.

Doch die Ereignisse überschlagen sich, die Menschen werden mitgerissen, manche von ihnen verfallen dem Rausch der absoluten Macht über das Eigentum eines fremden Landes. Sie verlieren ihr Gefühl dafür, was richtig und was falsch, was Recht und was Unrecht ist: „Hier wird das große Geld verteilt, hier muss ich einfach nur meine Hand in den warmen Strom halten, dann werde ich reich.“

Goldrausch - Die Geschichte der Treuhand
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