Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Großbritannien

Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Großbritannien

Regie: Florian Schewe

DokuSerieTV

Deutschland, Frankreich, Österreich 2012
10 x 43 Min.

Bee With Me Ema auf der Treppe - Gerhard Richter 1966

zero one film in Koproduktion mit ARTE G.E.I.E. (FR).

TV-Erstausstrahlung: Juni 2012, Arte

Inhalt

Folge 1 – Fish ’n’ Chips
Die erste Prüfung lauert in Whitby, ein kleiner Ort an der Nordseeküste Englands. Im beliebten „Magpie Café“ serviert Chefkoch Paul Gildroy Fish ’n’ Chips, die Spezialität des Hauses und der Fast-Food-Klassiker des Landes. Klingt nach einer leichten Herausforderung, doch der Fisch zum Klassiker schwimmt noch in der Nordsee. Außerdem lieben die Englänger ihre Traditionen und verstehen bei Fish ‚n’ Chips keinen Spaß.

Folge 2 – Auf den grünen Hügeln von Wales
Wales ist das Land der Schafe und der unaussprechlichen Städtenamen. Machynlleth gehört in die letzte Kategorie und ist die Heimat des britischen Slow-Food-Königs Gareth Jones. Er serviert die zweite Aufgabe für Sarah Wiener: als Vorspeise Cheddar Fritters, was mit Cheddar-Krapfen nur unzureichend übersetzt ist, und als Hauptgang eine britische Legende: Honig-Lamm mit Minzsauce mit Seegraskuchen. Für Sarah Wieners Ohren klingt das eine wie das andere eigentümlich, doch eine Aufgabe ist eine Aufgabe und Minzsauce zum Lamm eine echte Herausforderung.

Folge 3 – Der flotte Schotte
Die dritte kulinarische Herausforderung im Vereinigten Königreich führt Sarah Wiener nach Schottland auf die Isle of Skye und zu Michael Smith. In seinem Restaurant „Three Chimneys“ serviert er Sarah Wiener eine Aufgabe, die es in sich hat. Das Hauptgericht trägt den Namen Kedgeree und wird mit drei verschiedenen Sorten Lachs zubereitet. Zum Dessert wird eine Süßspeise aufgetragen aus Himbeeren, Honig, Sahne und Whiskey, schottischem Whiskey natürlich. Der Name der Süßspeise ist so schwer auszusprechen wie das Gericht zu kochen: Cranachan. Außerdem kann man auf der Isle of Skye Brennstoff stechen und darf Fische nur fangen, wenn man sie nicht essen will. Leider wird davon niemand satt.

Folge 4 – Der glorreiche Zwölfte
Auf ihrem Weg durch die britische Küche landet Sarah Wiener diesmal in North Yorkshire und im größten Hochmoor Englands. Am Rande des Moores liegt die kleine Stadt Pickering. Dort überrascht Victor Buchanan, Chefkoch im „White Swan Inn“, seinen Gast mit einer Aufgabe, für die man eine ruhige Hand haben muss: knuspriges Red Grouse, zu deutsch Moorhuhn. Die Jagd nach dem Tier ist eines der großen gesellschaftlichen Ereignisse des Königreichs. Früher war sie Adligen und Großgrundbesitzern vorbehalten, heute lassen sich auch Banker aus London mit dem Hubschrauber einfliegen. Bevor aber zur Flinte gegriffen wird, muss Sarah Wiener drei Fragen klären.
Erstens: Was ist der glorreiche Zwölfte?
Zweitens: Was zieht sie zur Jagd an? Und drittens: Wie wird das Huhn richtig knusprig?

Folge 5 – Der Sonntagsbraten
Die fünfte Station auf dem Weg durch britische Töpfe und Pfannen führt Sarah Wiener nach Sussex zu Neil Wakefield und in sein Restaurant „Sussex Ox“. Dort muss sie eine der kniffligsten Aufgaben ihrer Rundreise bestehen: den Sunday Roast, das britische Sonntagsessen, eine Institution seit Jahrhunderten. Zum Sunday Roast gehört eine schönes Stück Roastbeef, zwei Sorten Gemüse und der Yorkshire Pudding. Das Roastbeef kommt direkt von den saftigen Weiden in Sussex, denn die Gegend ist berühmt für ihre Rinderzüchter und für das beste Fleisch der Insel. Außerdem wächst ganz in der Nähe echter Wein und richtige Austern gibt es auch. Bleibt nur ein Rätsel zu lösen: Was ist eigentlich ein Yorkshire Pudding? Und wie bereitet man ihn zu?

Folge 6 – Der Tauchgang
Die sechste britische Herausforderung führt Sarah Wiener auf die Isle of Man. Dort wartet Tim Croft auf sie mit einer Aufgabe, für die Sarah Wiener die Luft anhalten muss: eine Schicht Apfelmus, darüber eine Scheibe vom gefürchteten Black Pudding, in Deutschland auch Blutwurst genannt, und darauf wunderschöne und zarte Jakobsmuscheln. Für die Muscheln muss sie ins Wasser, denn von alleine springen die Tiere nicht auf den Teller. Leider ist das Wetter schlecht, die See 12 Grad kalt und die Jakobsmuschel 20 Meter unter der Wasseroberfläche – und manchmal hüpft sie auch noch davon. Doch all das wäre nicht so schlimm, wenn diese eine Zutat nicht wäre: Black Pudding. Zur Blutwurst hat Sarah Wiener auch in Deutschland ein gespaltenes Verhältnis.

Folge 7 – Picknick deluxe
Im County Dorset, im schönen Küstenort Weymouth, erwartet Sarah Wiener eine der kniffligsten Aufgaben ihrer britischen Rundfahrt: ein echtes englisches Picknick mit allem Drum und Dran. Das Gebäck muss knusprig sein, die Pasteten reichhaltig, das Porzellan hauchdünn und eine Flasche Champagner darf nie fehlen – vom richtigen Tee ganz zu schweigen. Doch viel wichtiger als das Essen ist der Ort für das Picknick, denn eine falsche Wahl kann den ganzen Tag verderben. Auch das Wetter muss stimmen. Doch die Vorhersagen kündigen einen Hurricane an. Zum Glück gibt es noch echte Druiden, die tagsüber Bäcker sind. Vielleicht helfen ja die Götter.

Folge 8 – Auf der Pirsch
Um die achte Aufgabe der britischen Abenteuer zu bestehen, muss Sarah Wiener nach Nordirland. Dort, auf dem Belle Isle Estate, residiert der Duke of Abercorn. Länder, Felder, und die Seen gehören ihm und auch die Wälder, in denen sich die Sika-Hirschen verstecken. Zusammen mit einem Püree aus Kartoffeln und Brennnesseln liefern sie eine Delikatesse der Region: Venision mit Champ. Die Kartoffel ist das Grundnahrungsmittel der Iren und die große Kartoffelfäule hat mit ihren Hungersnöten vor mehr als hundert Jahren tiefe Spuren im Gedächtnis der Menschen hinterlassen. Sarah Wiener lernt Biobauern kennen, die widerstandsfähige Kartoffeln züchten und Jäger, die ein scharfes Auge auf die Hirsche haben.

Folge 9 – Frühstück royal
Auf diese Aufgabe hat Sarah Wiener gewartet: English Breakfast, serviert von der sympathischen Jill Jobson im idyllischen Cornwall. Denn das Englische Frühstück ist eine britische Institution und im ganzen Königreich führt kein Weg daran vorbei: zuerst Porrdidge, also Haferschleim, in Salzwasser aufgekocht, dann Würstchen und Speck und Rühreier, dazu warme Tomaten, Champignons und Orangenmarmelade. Warum die Briten schon früh am Tag so reichhaltig essen, wird ihr ewiges Geheimnis bleiben. Nur eines ist sicher: Tee gehört immer dazu. Er wird seit ein paar Jahren sogar in England angebaut. Ursprünglich kommt er aus China, genauso wie die Cornish Black Pigs, schwarze Schweine mit großen Ohren. Um alles noch seltsamer zu machen, gibt es auch noch verschwundene Gärten zu suchen. Aber keine Panik, am Ende entscheidet wieder nur eine Frage: muss der Speck hauchdünn sein und darf er eine Spur dicker werden?

Folge 10 – Finale an der Themse
Die letzte Aufgabe führt Sarah Wiener in das kulinarische Herz der britischen Arbeiterklasse, nach Waltham Abbey, knapp 30 Kilometer von London entfernt. In Tony Lanes „Pie and Mash Shop“ serviert der Chef persönlich die Spezialität seines Hauses und die von East London – Aal in Gelee, dazu eine Pastete mit Hackfleischfüllung und Kartoffelpüree mit Petersiliensauce. David Beckham liebt es, Tony Lane liebt es, Sarah Wiener ist sich noch nicht sicher. Der Aal für den Fisch kommt immer noch aus der Themse, auch wenn der Fluss schon vor gut 150 Jahren „The Great Stink“ hieß. Dafür wird ein paar Kilometer das beste Salz der Welt gewonnen. Am Ende fügt Sarah Wiener dem Originalgericht mehr Gemüse und Vitamine zu als im Rezept vorgesehen ist – sie kann nicht anders. Leider ist ihre Jury nicht besonders feinfühlig: vier Fußballfans aus London. Sie wollen essen, was sie schon immer gegessen haben.

Credits

Idee, Konzept & Kommentar: Volker Heise
Kamera: Ralf Klingelhöfer, Martin Langner,
Till Vielrose
Schnitt: Christina Preußker, Andrea Schönherr
Ton: Oliver Prasnikar