Ein Kind aus der Ferne

Ein Kind aus der Ferne

Regie: Caroline Goldie

DokuSerieTV

Deutschland, Frankreich 2002
5 x 28, 1 x 75 Min.

Chen Mo und Meiting Ein anderes Amerika

zero one film in Koproduktion mit zero südwest, SWR, ARTE (D/F).

Weltvertrieb: Telepool

TV-Erstausstrahlung: 08.04.2002, ARTE

Inhalt

In Deutschland wie in Frankreich steigt die Zahl der Ehepaare, die sich
vergeblich ein Kind wünschen. Daran ändert auch modernste Medizintechnik
nichts. Ein Ausweg ist die Adoption eines Kindes. Doch in unseren
Gesellschaften gibt es viel mehr Paare, die ein Kind adoptieren wollen, als
Kinder zur Adoption freigegeben werden. Allein in Deutschland warten 20 000
Eltern auf die Vermittlung eines Kindes, die meisten von ihnen vergeblich.
Für sie ist die Adoption im Ausland die letzte Chance, ein Kind zu bekommen.

Mindestens 10 staatlich anerkannte Vermittlungsstellen gibt es in Deutschland, über
die Kinder im Ausland adoptiert werden können. Dort muß man sich bewerben,
Gespräche führen, Anträge ausfüllen, Gutachten übersetzen und beglaubigen
lassen und – warten und wieder warten, meist jahrelang. Zwischen dem Wunsch
nach einem Kind und der Adoption selbst liegt ein mühsamer weiter Weg. All
das hat auch seinen Preis – eine Adoption im Ausland verursacht Kosten von
mindestens 8000 Euro.

Silke und Armin Klotz aus Nordrhein-Westfalen haben es geschafft. Sie fliegen
nach Bukarest, um ihren künftigen Adoptivsohn Florin abzuholen. Christian und
Connie Fürholzer aus Ditzingen bei Stuttgart sind in einem Kinderheim in
Kiew, um Viktor in seine neue Familie zu holen. Ute und Bernhard Boos aus
Emmelshausen in Rheinland Pfalz lernen ihre künftige Adoptivtochter
Angie-Carolina in Bogota kennen. Harry und Barbara Hauschild aus Künzell bei
Fulda verbringen die ersten Wochen in Kolumbien mit dem kleinen José in einem Luxushotel in Bucaramanga, zusammen mit anderen Adoptiveltern und ihren Kindern.
Rosi Schroeter aus München ist Single und schon 51 Jahre alt. Die
Diplompsychologin hat beschlossen, daß ihre Kinderlosigkeit nicht Schicksal
sein soll. In Kathmandu begegnet ihr in einem Waisenheim die sechsjährige
Anuradha.

Für alle Adoptionsfamilien ist der Anfang schwierig.
Der erste Kontakt mit dem Kind: ein magischer, spannungsgeladener Moment.
Jahrelang haben sich die Eltern den Widrigkeiten und bürokratischen
Prozeduren einer Auslandsadoption unterworfen. Nun der erste Kontakt mit dem
Wunschkind, ein lebendiger, meist scheuer Mensch, der – so klein er ist –
doch schon ein eigenes Leben hinter sich hat: ein Moment, wie eine Geburt,
voller Ängste und Hoffnungen, voller Fragen und Wünsche.
Mit der Adoption beginnt für die Eltern und für die Kinder ein neues Leben.
Für die Kinder ist es auch noch ein Leben in neuer fremder Umgebung, in einer
anderen Sprache und ohne ihre gewohnten Heim- oder Pflegeeltern. Doch die
Fremdheit zwischen den Kindern und ihren neuen Eltern löst sich zuhause in
Deutschland meistens schnell auf. Auch wenn José aus Bucaramanga den ersten
Schneeball seines Lebens in Künzell bei Fulda etwas unsicher in der Hand
hält.

Credits

Kamera: Johann Feindt & Ralf Klingelhöfer
Schnitt: Gudrun Steinbrück