Reporter vermisst

Reporter vermisst

Regie: Johann Feindt

DokuFilmTV

Deutschland, Frankreich 2003
59 Min.

Guten Morgen, Kabul Russland lesen

zero one film in Koproduktion mit ARTE.
Im Auftrag von SWR.

Weltvertrieb: DOC&CO

TV-Erstausstrahlung: 23.05.2003, ARTE

Inhalt

Frühjahr 1970. Der Indochina-Krieg greift auf Kambodscha über. Am 4. April verlässt der französische Fotograf Gilles Caron sein Hotel in Phnom Penh. Er ist einer der besten und erfahrensten Kriegsreporter seiner Zeit. Sein Ziel ist die Route National 1, die ins Landesinnere führt. Er wird nicht zurückkehren. Caron gilt bis heute als vermisst.

„Reporter vermisst“ folgt den Spuren, die Gilles Caron hinterlassen hat. Die letzten Schritte, bevor er verschwand. Dabei lotet der Film die Untiefen des Berufes aus, den Caron ausübte, seine Faszination und seinen Schrecken. Der Regisseur Johann Feindt beobachtet Fotografen im Kosovokrieg bei der Arbeit, erkundet das Handwerk, führt Interviews mit Freunden und Kollegen Carons, die sich zu erklären versuchen, warum sie sich immer wieder in Gefahr brachten, welche Leidenschaft sie trieb.

In Kambodscha selbst läuft die Recherche nach Caron immer wieder in die Leere. Das Land ist vom Krieg und von der Herrschaft der Roten Khmer umgewälzt. Entlang der Route National 1 liegen die ausgeweideten Reste von Panzern, Geschützen und Flugzeugen. Niemand erinnert sich an einen französischen Fotografen, der hier vor dreißig Jahre verschwunden sein soll. Vielleicht hatte er einen Unfall, sagen die Leute. Es gibt Gerüchte über eine Straßensperre, eine Schießerei, in die Ausländer verwickelt waren. Vielleicht wurde Caron auch entführt – wie Brice Fleutiaux dreißig Jahre später in Tschetschenien. Auch er war ein Fotograf, auch er verschwand in einem undurchsichtigen Krieg, auch er wurde am Ende Opfer seines Berufes.

Doch bei allen Ausflügen in die Gegenwart kreist der Film immer wieder um das Schicksal von Gilles Caron, um jene große Lücke, die durch sein Verschwinden geschlagen wurde, und die bis heute nicht geschlossen ist.

Awards

Adolf Grimme Award (Germany), 2004

Documentary Award

Credits

Kamera: Thomas Keller & Johann Feindt
Schnitt: Stephan Krumbiegel