Vermisst - Das Geiseldrama in der Wüste

Vermisst - Das Geiseldrama in der Wüste

Regie: Katja Esson, Mareike Leuchte

DokuFilmTV

Deutschland, Frankreich 2005
52 Min.

Unsere 50er Jahre - Wie wir wurden, was wir sind Weiße Raben - Alptraum Tschetschenien

zero one film in Koproduktion mit ARTE G.E.I.E. (D/F).

Inhalt

Im Februar 2003 verschwinden in der Algerischen Sahara nacheinander insgesamt 32 deutsche, österreichische und schweizer Touristen. Nach wochenlanger Ungewissheit und Spekulationen wird klar: die Europäer sind Geiseln algerischer Terroristen. Die Entführung zieht sich über Monate hin. Erst im August – nach 177 Tagen – kommen die letzten Geiseln frei.

Als Rainer Bracht und Jürgen Mattheis im Februar 2003 wie so oft zuvor ihre Motorräder mit expeditionstauglicher Campingausrüstung beladen und in die Wüste aufbrechen, freuen sie sich auf eine Reise in eine Welt fernab ihres deutschen Alltags. Die Weite der Sahara, die Stille, die Abgeschiedenheit – die Reduzierung auf wesentliche Dinge: All das suchen sie und finden es –nur ganz anders als geplant.

Melanie Simon und Axel Mantey aus Bayreuth fahren das erste Mal in die Wüste, sie sind neugierig auf Land und Leute, auf Kultur und Geschichte der Sahara. Und auch Ingo Bleckmann aus Salzburg freut sich auf seine Fernreise nach Afrika.

Für alle wird es eine ‚Begegnung der Kulturen’ auf extreme Weise. Zunächst ein gewaltsamer Überfall, dann monatelanges Ausgeliefertsein. Entführte und Entführer, christliche Europäer und radikale Moslems, hocken die nächsten Monate gemeinsam in Felsspalten und ziehen rastlos durch die Wüste. Sie leiden an Hunger, Durst und vor allen Dingen der Hitze. Bis 60 C` und kein Schatten nirgends. Eine der Geiseln stirbt an einem Hitzeschlag. Und trotz aller Strapazen kommen Geiseln und Geiselnehmer ins Gespräch. Extremreisen wortwörtlich.

Zwei Jahre nach der Befreiung besucht die Regisseurin Katja Esson die ehemaligen Geiseln in Deutschland und Österreich. Und am Ort des Geschehens, in der algerischen Wüste, interviewt sie Einheimische, die vom Geschäft mit europäischen Touristen leben. Katja Esson sucht in ihrem Film nach Spuren, die das Geiseldrama hinterlassen hat.

Credits

Kamera: Jörg Jeshel
Schnitt: Petra Heymann