Adam - Retter aus der Retorte

Adam - Retter aus der Retorte

Regie: Katja Esson

DokuFilmTV

Deutschland 2003
52 Min.

Siegfried & Roy - Ein Märchen für Erwachsene Die Kinder sind tot

zero one film in Koproduktion mit ARTE, SWR.

TV-Erstausstrahlung: 01.11.2003, ARTE

Inhalt

Am 29. August 2000 kommt Adam Nash auf die Welt. Er ist der erste Mensch, der im Labor gezeugt, gestestet und ausgewählt wurde, um das Leben seiner Schwester Molly zu retten. Weltweit sorgt die Geschichte für spektakuläre Schlagzeilen und heftige, ethische Debatten – von “Designerbaby” und “Baby als Ersatzteillager” ist die Rede. Bis heute erregt der Fall die Gemüter. Für die einen ist es eine wahrgewordene Horrovision, für die anderen der Beginn einer wunderbaren wissenschaftlichen Zukunft.

Wenn Kritiker den Nashs vorwerfen “Wie konntet ihr nur?”, antworten sie: “Wie könnten wir nicht?”

Der Film schildert den dramatischen Leidensweg der Familie Nash mit scheinbarem Happy-End. Er folgt den Spuren, die ihre Geschichte hinterlassen hat. Die Geschichte von der Rettung eines totkranken Kindes, der sich auch deutsche Betroffene, wie Familie Dietrich, nicht entziehen können. Zwei ihrer drei Töchter leiden an der gleichen tödlichen Erbkrankheit wie Molly Nash.

Adam Nash wurde mit Hilfe eines medizinischen Verfahrens gezeugt, bei dem Embryos nach Genmerkmalen aussortiert werden. Die Methode heisst Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, und ist in Deutschland – noch verboten. Aber der Druck, das Gesetz zu ändern, wächst stetig. Legitimation und Anwendung der PID sind inzwischen zu den umstrittensten Themen der gesamten Medizin geworden.

Die neue Entwicklung stellt nicht nur Familien mit totkranken Kindern und Ärzte vor ethisch brisante Fragen, sondern die Gesellschaft insgesamt: Wo sind die Grenzen moderner Medizin? Darf man ein Kind züchten, um ein anderes zu heilen? Ist ein Gencheck am Embryo legitim? Und werden Eltern Embryos in Zukunft nach beliebigen Kriterien auswählen?

Regisseurin Katja Esson und Co-Autorin Mareike Leuchte interviewen Eltern und Ärzte, die eine rasante Entwicklung vorantreiben, auf deren schwerwiegende Folgen sie nicht vorbereitet sind. Der Film erzählt entlang verschiedener Familienschicksale von einem Grenzbereich der modernen Medizin, an den große Hoffnungen und tief sitzende Ängste gleichermassen geknüpft werden.

Credits

Recherche & Co-Autorin: Mareike Leuchte
Kamera: Jörg Jeshel, Edward Marritz     
Schnitt: Markus CM Schmidt