Berlin 1945 - Tagebuch einer Großstadt

Berlin 1945 - Tagebuch einer Großstadt

Regie: Volker Heise

DokuEventTV

Deutschland 2020
1x180 / 2x90 / 3x52 Min.

Mein Krieg 24h Europe - The Next Generation

zero one film in Koproduktion mit bauderfilm, rbb Rundfunk Berlin Brandenburg, ARTE.
Gefördert von Medienboard Berlin Brandenburg.

Weltvertrieb: RBB Media und Autentic Distribution

TV-Erstausstrahlung: 08.05.2020, RBB, ARTE

Inhalt

BERLIN im Jahr 1945: Die Stadt, in der noch Hakenkreuz-Fahnen wehen, verwandelt sich in ein Trümmerfeld in dem das letzte Aufgebot aus jungen Menschen sinnlos stirbt, bevor kurz darauf der Beginn einer neuen Zeit eingeleitet wird – mit Siegern und Besiegten, mit neuen Gedanken und neuen Fahnen über den Köpfen. Erzählt wird mit Archivmaterial aus den Blickwinkeln der Zeitgenossen, ohne sich über sie zu erheben, ein vielstimmiges, kollektives Tagebuch und eine direkte, emotionale Vergangenheitserfahrung. Und während sich das ganze Ausmaß der untergegangenen Diktatur erst langsam entblättert, zeichnet sich am Horizont schon eine neue Teilung ab.

Teil I

Das Jahr 1945 in Berlin, erzählt mit Archivmaterial aus den Blickwinkeln der Zeitgenossen, ohne sich über sie zu erheben, eine multiperspektivische, emotionale Seherfahrung: Geschichte wird lebendig. Teil I beginnt mit dem 1. Januar und endet am 23. April.

Berlin wiegt sich in der Illusion, den Krieg zu überstehen. Jeden Tag gibt es Bombenangriffe, jeden Tag werden Leichen bestattet und Brände gelöscht. Über dem Himmel der Stadt haben englische Piloten Angst, abgeschossen zu werden, während sich die Menschen in den Bunkern vor dem Feuersturm fürchten. Aber jeden Tag geht auch der Alltag weiter, zeigen die Kinos Unterhaltungsfilme, spielen die Orchester, öffnen die Läden und arbeiten die Behörden. Arbeiter aus ganz Europa werden in die Rüstungsindustrie gezwungen und Juden in den Tod geschickt. Die Macht des 3. Reiches ist ungebrochen, aber die Front rückt näher. Der Krieg zieht der Stadt entgegen und schließt den Kreis: er kehrt zurück an seinen Ausgangspunkt und er kennt kein Erbarmen. Er trifft Frauen und Männer, Alte und Junge, Kinder und Greise. Er holt sich glühende Nationalsozialisten ebenso wie die Zwangsarbeiter, die auf ihre Befreiung warten. In der Reichskanzlei schickt man die Kinder in die letzte Schlacht und die Stadt in das Verderben. Die Soldaten der Roten Armee und Soldaten der Wehrmacht verbeißen sich in Straßenkämpfen. Eine Zeit der unklaren Frontverläufe, jeder schießt auf jeden, niemand hat den Überblick. Zivilisten verstecken sich in Kellern, Wasser holen kann das Leben kosten. Kriegsgefangene warten darauf, dass die Tore der Lager geöffnet werden. SS-Männer erschießen Deserteure. Rotarmisten hoffen darauf, nicht in den letzten Tagen vor dem Sieg zu fallen.

Teil II

Das Jahr 1945 in Berlin, erzählt mit Archivmaterial aus den Blickwinkeln der Zeitgenossen, ohne sich über sie zu erheben, eine multiperspektivische, emotionale Seherfahrung: Geschichte wird lebendig. Teil II beginnt am 30. April und endet zum 31. Dezember.

Am 30. April weht die Rote Fahne über dem Reichstag und nimmt sich Adolf Hitler das Leben. Aber es dauert noch zwei Tage, bis sich die Stadt ergibt. Der Nationalsozialismus ist besiegt, Deutschland ist besiegt, Berlin ist besiegt. Eine Niederlage, die eine Befreiung ist. Die Alliierten übernehmen die Macht und teilen die Stadt untereinander auf. Während Engländer, Franzosen und Amerikaner noch darauf warten, in Berlin einzurücken, machen die sowjetischen Machthaber Nägel mit Köpfen: Setzen Bürgermeister ein, organisieren die Lebensmittelversorgung, beginnen mit der Demontage von Betrieben und Anlagen und machen sich auf die Suche nach den Kriegsverbrechern. Schuldige und Unschuldige finden sich in den Lagern wieder, die zuvor von den Deutschen beherrscht wurden. Funktionäre werden aus Moskau eingeflogen, die das Land regieren sollen. Displaced persons irren durch die Stadt auf der Suche nach Angehörigen oder einem Platz zum Schlafen. Die Jüdische Gemeinde findet sich neu zusammen, es gibt nur wenig Überlebende. Auf der Potsdamer Konferenz wird über das Schicksal der Stadt entschieden. Sie ist so zerstört, dass Stimmen laut werden, die die Stadt abreißen und an anderer Stelle neu aufbauen wollen. Aber in die Ruinen kehrt das Leben zurück, die Theater eröffnen wieder, Orchester spielen unter freiem Himmel. Doch das Band, das die Alliierten zusammengehalten hat, zerreißt – und der Kalte Krieg beginnt. Wieder wird die Stadt zu seinem Schlachtfeld. Und der Winter steht vor der Tür.

News

Stand: Schnitt

Berlin 1945

Ein TV Projekt von Volker Heise

Erzählt wird ein Jahr an dem Ort, wo die Menschen gerade noch unter Hakenkreuz-Fahnen jubeln, der sich in einen Kriegsschauplatz verwandelt, dann in ein Trümmerfeld, in Ruinen mit weißen Fahnen der Kapitulation, um kurz darauf wieder den Beginn einer neuen Zeit einzuleiten – mit Siegern und Besiegten, mit neuen Gedanken und Fahnen über geduckten Köpfen.
Und während sich das ganze Ausmaß der Diktatur erst langsam entblättert, zeichnet sich am Horizont schon eine neue Teilung der Stadt und ihrer Menschen ab.

Credits

Buch und Regie VOLKER HEISE
Schnitt ANDREW BIRD, JANINE DAUTERICH, SVEN HEUßNER 
Musik ULRIKE HAAGE
Idee MARC BAUDER
Recherche SANDRA LÖHR, SONJA HEIZMANN, JUTTA DOBERSTEIN
Archivrecherche KARIN FRITZSCHE
Herstellungsleiter TASSILO ASCHAUER / zero one film
Produzent THOMAS KUFUS / zero one film
Koproduzent MARC BAUDER / bauderfilm
Redaktion ROLF BERGMANN, rbb , CHRISTIAN VON BEHR, rbb/arte

eine Produktion von ZERO ONE FILM, BAUDERFILM in Koproduktion mit rbb – RUNDFUNK BERLIN BRANDENBURG, ARTE gefördert von MEDIENBOARD BERLIN BRANDENBURG, Weltvertrieb RBB MEDIA