Die Freiwilligen- Ein Jahr für die Welt

Die Freiwilligen- Ein Jahr für die Welt

Regie: Caroline Goldie, Andreas Pichler

DokuSerieTV

Deutschland 2009
2 x 52, 2 x 44, 4 x 28:30 Min.

Deutschland ade Sarah und die Küchenkinder

zero one film in Koproduktion mit SWR, WDR, BR, Deutsche Welle, ARTE.

TV-Erstausstrahlung: 14.02.2009, ARTE

Inhalt

Schule, Ausbildung, Beruf – soll das alles gewesen sein? Einige sehen das anders. Sie sind jung und wollen die Welt kennen lernen. Es gibt noch so viel, was sie nicht gesehen haben, was sie ausprobieren wollen, ehe die Tretmühle beginnt. Sie gehen für ein Jahr nach Afrika, Asien oder Lateinamerika, um dort anzupacken, wo es notwendig ist. In Kinderheimen oder Schulen wollen sie helfen, die Erde besser zu machen. „Die Freiwilligen“ erzählt ihre Geschichte – eine Geschichte von Heimweh und Abenteuerlust, von verlorenen Illusionen und gewonnenen Erfahrungen, vom Erwachsenwerden in einer fremden, unbekannten Welt.

Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen fünf junge Frauen und Männer, die für ein Freiwilliges Soziales Jahr ins Ausland gehen, oft in Entwicklungsländer. Die meisten von ihnen sind naiv und voller Illusionen und werden getragen von dem Wunsch, zu helfen, die Welt zu verändern. Sie wollen aber auch eine neue Kultur, eine neue Sprache, eine andere Gesellschaft und Mentalität kennen lernen. Sie landen in einer Welt, auf die sie ihr bisheriges Leben in der „ersten Welt“ nicht vorbereitet hat. Gestern schmierte ihnen die Mutter noch die Pausenbrote, heute stehen sie in Mosambik oder Indien vor einer Klasse aus 30 Schülern, denen sie English beibringen sollen.

Wie reagiert man, wenn einem die Kinder im Heim auf der Nase herumtanzen und man nicht weiß, wie man sie wieder in den Griff bekommt? Wie viel möchte man aufgeben, von dem, was man selbst gelernt hat? Soll man Kinder schlagen, so wie es im Land üblich ist? Oder gibt es einen anderen – einen dritten Weg, irgendwo dazwischen? Was soll man tun, wenn man Verantwortung trägt für andere Menschen, wo man doch zuhause nur Verantwortung über das eigene Taschengeld hatte?

Für die Freiwilligen wird es ein Jahr der Bewährungen. Es gibt Momente der Verzweiflung, in denen die Probleme sie überwältigen. Aber es gibt auch Momente großen Glücks, wenn sie sich Respekt erkämpft haben und sich sicher sind, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und schließlich gibt es neben der Arbeit auch die Schönheit von Landschaften und von Städten, diese fremde Welt, die sie entdecken, deren Bilder sie nie wieder verlieren.

Zuhause bleiben die Eltern. Denen fällt es schwer, die Kinder ziehen zu lassen. Gestern haben sie noch Gute-Nacht-Geschichten gelesen – heute wollen die Kinder raus, die Welt entdecken. Wenn die Kinderzimmer leer sind, beginnt auch für die Erwachsenen ein neues Leben und sie müssen lernen, es neu zu gestalten. Manchmal kommt noch ein Brief aus der Fremde oder die Kinder finden einen Weg in ein Internetcafe, um sich mit Videobotschaften zu melden.

Der Film erzählt ein ganzes Jahr, beginnend mit dem Aufbruch in Deutschland über die Ankunft und die ersten Schritte in der Fremde. Die Schwierigkeiten, sich in den neuen, fremden Alltag einzufinden, die manchmal widersinnigen Gesetze und Traditionen zu respektieren, die Probleme bei der Arbeit.

Für die Freiwilligen wird es ein Jahr, in dem sie viele Illusionen verlieren – über die Welt, die Menschen in ihr und über sich selbst. Zurückkommen aber werden sie als andere Menschen. Und ihre Erfahrungen werden sie prägen: bei der Berufswahl, im Umgang mit ihren Mitmenschen, in ihrem gesellschaftlichen und politischen Handeln.

Credits

Idee & Konzept: Volker Heise, Jutta Doberstein
Kamera: Johann Feindt, Jörg Jeshel,
Knut Schmitz
Schnitt: Annette Muff, Thomas Wellmann