Game over - Spiele ohne Grenzen

Game over - Spiele ohne Grenzen

Regie: Monika Halkort

DokuFilmTV

Deutschland, Frankreich 2004
60 Min.

Bam, die verschwundene Oase Geburtsstation 2

zero one film in Koproduktion mit SWR, ARTE (D/F), 3sat.

Weltvertrieb: Transit Films

Inhalt

Die neueste Generation von sogenannten Role Playing Games bietet Spielern gar die Möglichkeit, ihre Figuren mit einer eigenen Persönlichkeit auszustatten, ihnen Charaktereigenschaften zu verpassen. Hardcore-Fans verbringen zwischen 40 und 80 Stunden pro Woche in virtuellen Fantasielandschaften.
Wie kommt es, dass ein Spiel so viel Platz im Leben Einzelner einnimmt? – Monika Halkorts Film Game Over: ‚Spiele ohne Grenzen‘ zeigt anhand von vier Lebensgeschichten, wie die neuen Computergames die Grenzen zwischen der Scheinwelt der Spiele und der Lebenswirklichkeit derer, die sie nutzen, immer mehr zum Verschwimmen bringen.
Da ist Guillaume Patry, ein 20-jähriger Kanadier, der dank seiner Spielleidenschaft zum Popstar wurde. Er lebt seit drei Jahren als Profi Gamer in Südkorea und verdient mit Spiel-Tournieren, die live im Fernsehen übertragen werden, 80.000 $ pro Jahr.
Süd-Korea ist eines der wenigen Länder, in denen Pro-Gamer als Sportler und Celebrities anerkannt sind. Der Rummel um die jungen Game-Champions hat eine wahre Spielbesessenheit im Land ausgelöst. Immer mehr Gamefans zeigen Symptome von ernsthafter Spielsucht. Auch Brandon Whitehead, ein 20-jähriger Amerikaner, und Shawn Woolley, 21, der vor zwei Jahren Selbstmord beging. Während Brandon Whitehead anhand eines Videotagebuchs aus ganz persönlicher Sicht schildert, wie Computerspiele ihm geholfen haben, seine Unsicherheit und Depression zu überwinden, ist Shawns Mutter überzeugt, dass manche Games ihre Spieler bewusst gefangen nehmen wollen: Liz Woolley hat einen Kreuzzug gegen die Spieleindustrie begonnen.
Die Entwickler solcher Role Playing Games haben freilich ein ganz anderes Selbstverständnis: Spiele-Guru Peter Molyneux aus London möchte vor allem die Kreativität der Spieler herausfordern. In der Tat nimmt FABLE, das jüngste Produkt aus seiner Talentschmiede, auf eindrucksvolle Weise die Zukunft der interaktiven Unterhaltung vorweg. Das Spiel konfrontiert Benutzer gewitzt mit ihren geheimen Sehnsüchten und Instinkten und nutzt das Medium Computerspiel für eine ebenso amüsante wie intelligente Form der Selbstreflexion.

‚Es war mir sehr wichtig, die Spieleentwickler und die Fans gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen‘, sagt Monika Halkort. ‚Computerspiele pauschal zu verteufeln wäre genau so falsch wie die Risiken zu ignorieren.‘ Ihr Film zeichnet das Zukunftsszenario einer globalisierten Mediengesellschaft – doch die Zukunft hat schon begonnen.

Credits

Kamera: Jürgen Frieß
Schnitt: Trevor Holland