Teuflische Spiele

Teuflische Spiele

Regie: Keil Judith, Antje Kruska

DokuFilmTV

Deutschland 2002
52 Min.

Sebnitz - Die perfekte Story Black Box BRD

zero one film in Koproduktion mit ARTE, MDR.

Weltpremiere: Mai, 2002, Kinopremiere
TV-Erstausstrahlung: 21.01.2004,

Inhalt

Im August 2001 gehen drei Jugendliche aus Reichenbach/ Sachsen auf ihre letzte Reise. Sie fahren zu einer Eisenbahnbrücke und springen von den Gleisen 78 Meter in die Tiefe. Zwei von ihnen sind mit Stricken aneinander gebunden. In einem Abschiedsbrief schreiben sie, sie hätten sich das Leben anders vorgestellt, besser.

Weitere Selbstmörder folgen ihrem Beispiel. Der Tod der drei Jungen wird von einer regionalen Tragödie zu einer nationalen Schlagzeile. Die Spekulationen beginnen: Satanistische Gruppen, Teufelsbeschwörungen, Selbstmordseiten im Internet; dazu Langeweile und keine Zukunftsperspektive. Nichts davon wird konkret oder lässt sich beweisen.

Ein Jahr später folgen die Regisseurinnen Judith Keil und Antje Kruska den Spuren von Mick, Mike und René. In Reichenbach treffen sie auf Steve, der mit den drei Jungen befreundet war und damals mitspringen sollte – aber als sie bei ihm klingelten, war er nicht da. Von den Schlagzeilen wie „Satansselbstmord an der Göltzschtalbrücke“ oder „Sprung in die Hölle“ bleibt nur wenig übrig. Stattdessen finden die Regisseurinnen eine Gruppe von Teenagern vor, die am Spielplatz abhängt, coole, hängende Hosen trägt, Bier trinkt und raucht. Sie hören HipHop von Eminem, dem Superstar aus Detroit, den sie bewundern, weil er es geschafft hat. Sie albern vor der Kamera herum und wirken dabei wie tausende anderer Teenager zwischen 14 und 18 Jahren auch – Teenager, die warten, bis das Leben endlich anfängt.

In Interviews mit Freunden, Nachbarn, einer Lehrerin und Steves Mutter wird das Leben der drei toten Freunde erzählt, aber es ist vor allem Steves Geschichte, auf die der Film immer wieder zurückkommt und durch die man der Gedankenwelt von Mick, Mike und René näher kommt. „Teuflische Spiele“ zeigt ein kompliziertes Geflecht von vielen Wahrheiten, aber nicht die eine Ursache, die sich in Schlagzeilen pressen lässt.

Credits

Kamera: Marcus Winterbauer
Schnitt: Cölestine Brandt